Mode die sich auflöst? Ganz recht!

Der britische Designer mit türkisch-zyprischen Wurzeln ist schon lange bekannt für seine außergewöhnlichen Designs und berühmt für seinen avantgardistischen Ansatz. Inspiriert wurde Chalayan auf seiner Kuba Reise. 

Sowohl die kolonialen als auch die tropischen Elemente wollte Chalayan in seine Designs einfließen lassen um damit das Land zu feiern. Er ist der Überzeugung, dass Kuba nicht nach westlichen Werten bemessen werden sollte, nur weil es anders sind. Chalayan kreiert eine eigene kubanische Zigarre. Das Papier vernäht der Designer mit dem fertigen Dress – es sieht aus wie ein Mantel, ganz in weiß, wie die Unschuld. Zusätzlich erschafft er Jumpsuits, die geradezu entspannend wirken und führt tanzende Palmen, sowie Kokosnüsse aus SWAROVSKI Kristallen in seine letzte Kollektion ein. Bis hierhin ahnt niemand was passieren wird.

Es scheint mehr wie eine Installation, doch wer Chalayans Arbeiten verfolgt, spürt dass sich bald etwas tun wird. Sie stehen da, reglos und mitten durch den Gang den sie kreieren, laufen wunderschöne Frauen. Dann passiert es, Regen fällt von der Decke auf die Installation herab und tränkt die Models in Wasser. Doch weitaus interessanter ist der Effekt. Die Mäntel, die Hussein Chalayan diese Frauen präsentieren lässt, lösen sich auf und lassen Kleider zum Vorschein treten.

Irgendwie symbolisch, wenn man an den kürzlichen Besuch des US-Präsidenten Obamas auf Kuba denkt. Denn auch da löste sich langsam etwas – die Ketten des kalten Krieges. Das hat tatsächlich nichts mit Mode zu tun und auch nichts mit der Spring/Summer Kollektion 2016 des grandiosen Designers, doch die unbeabsichtigte und subjektive Symbolik, die diese Show uns offenbarte, obgleich sie fast ein halbes Jahr alt ist, inspirierte uns, dieses Gleichnis mit Euch zu teilen.