Avantgarde wird durch Zaha Hadid in der Architektur eine fassbare Wirklichkeit.

 

Ihre Entwürfe und Designs werden meist als fließende Bewegungen beschrieben.  Viele Winkel, Schrägen und Rundungen dominieren ihren Stil. Als erste Frau erhielt sie 2004 den renommierten Pritzker-Preis, die wichtigste Ehrung in der Architektur. Nun ist die Star-Architektin im Alter von 65 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben. 
Hadid ist in Bagdad geboren. Nach der Machtergreifung des Diktators Saddam Hussein, verließ ihre Familie das Land. Zunächst studierte sie an der American University of Beirut Mathematik. Später an der Architectural Association School (AA) in London, einer der weltweit angesehensten Ausbildungsstätten für Architekten. Nach ihrem Abschluss hielt sie selbst einen Lehrstuhl an der AA inne.

In den 80er Jahren erfand sie ihre ganz eigene Note und galt als Begründerin des Post-Konstruktivismus. Sie war auf der Suche nach einer neuen Linie der Moderne.

“Das Wichtigste ist die Bewegung, der Fluss der Dinge, eine nicht-euklidische Geometrie, in der sich nichts wiederholt: eine Neuordnung des Raumes.” Zaha Hadid

1983 erlante Hadid erstmals großes Aufsehen mit dem Entwurf eine Freizeitparks an einem Berghang in Hongkong. Allerdings waren ihre Entwürfe und Ideen – wie so häufig bei Extravaganz – viel zu “viel”. Bauherren schreckten davor zurück. Zaha Hadid ließ auf sich warten, doch eroberte sie die Herzen und die Welt der Architektur. Besonders in Deutschland lies sie ihre Ideen nieder. So zum Beispiel das phæno, welches als größtes Bauprojekt in Deutschland gilt. Die Experimentierlandschaft  in Wolfsburg erweckt einen fließenden, geradezu schwebenden Eindruck – typisch für Hadid.

Zu ihren bekanntesten Bauwerken zählen unter anderem das BMW-Werk in Leipzig, das Olympische Schwimmstadion in London, der Campus der Wirtschaftsuniversität in Wien, sowie  das Nationalmuseum für moderne Kunst in Rom und das Wissenschaftsmuseum Phaeno in Wolfsburg.

Zaha Hadid war eine Optimistin, sie wollte etwas verändern und tat es entgegen aller Furcht und Kritik Außenstehender. Entgegen aller Regeln setzte sie neue Maßstäbe und bleibt in Erinnerung als eine großartige Künstlerin und ein wundervoller Mensch.